Einen „Wisdom of the few“-Ansatz (siehe dazu ausführlich: Malcom Gladwell, „The Tipping Point“, Boston 2001) verfolgt die werbefinanzierte Sportwettseite Pickspal, auf der Nutzer kostenlose Wetten zu verschiedenen Sportereignissen von Baseball bis Basketball einreichen können. Zu gewinnen gibt es nichts. Dafür aber werden Wett-Teilnehmer in ein Ranking aufgenommen, das auf der durchschnittlichen Treffergenauigkeit ihrer Vorhersagen beruht und können sich somit eine Reputation als „Sport-Gurus“ ihrer Community aufbauen.
Bei der Analyse der Wettdaten fiel dem Pickspal-Team auf, das ein sehr geringer Prozent-
satz der Nutzer in ihren Vorhersagen weit überdurchschnittlich abschnitt. Aus der Gruppierung dieser Nutzer in eine „Premium-Gruppe“ resultierten in der Regel äusserst aussagekräftige Sportprognosen, die das Pickspal-Team rasch als vermarktungsfähiges Produkt identifizierte. Seit September 2006 können Pickspal Nutzer für 10 US-Dollar auf die gemeinschaftliche Weisheit der 30 besten Pickspal Spieler in einer Sportart zurückgreifen und erhalten für die Gebühr fünf Vorhersagen für künftige Spiele.
Dieser „Wisdom of the few“-Ansatz lässt sich natürlich auch auf andere Geschäftsmodelle übertragen. Communities wie SocialPicks oder Motley Fool Caps setzen beispielsweise auf die Auswertung der Nutzerintelligenz für Finanzprognosen. Die Community-Mitglieder prognostizieren hierbei die Kursentwicklung börsennotierter Titel und werden anschliessend anhand der Genauigkeit ihrer Prognosen und dem durchschnittlichen Returns der Investments gerankt.
Anhand der Plattformdaten werden dann Kursprognosen errechnet, in denen die Prognosen „erfolgreicher“ Mitglieder überdurchschnittlich hoch gewichtet werden.