Beispiele erfolgreicher privater Weblogs finden sich schon in der Medienbranche selbst: Der US-Blogger Michael Arrington etwa launchte Mitte 2005 mit Techcrunch.com einen Weblog zu technischen Innovationen und neuen Startups im Medienumfeld. Zwei Jahre nach der Launch gilt TechCrunch als „Must read“-Publikation für eBusiness-Professionals und verzeichnet rund 1,5 Millionen regelmäßige Leser, von denen 12% mehr als 250.000 US-Dollar jährlich verdienen. Allein mit Werbeeinahmen erwirtschaftete Arrington im Herbst 2006 rund 60.000 US-Dollar pro Monat, und hat damit eine Marktlücke erobert, die auch von einem Verlag hätte besetzt werden können.
Eine ähnliche Nische hatte bereits der Blogger Rafi Ali entdeckt, der auf seinem 2002 gelaunchten Weblog PaidContent.org Nachrichten rund um digitale Medien behandelt. Inzwischen hat Ali seine Seite zu einem professionellen Blogging-Netz mit monatlich 5 Millionen Seitenabrufen ausgebaut, die Werbeeinahmen für 2006 sollen sich auf mehr als 1 Mio. US-Dollar belaufen.
Das die Auseinandersetzung der Blogger mit den Angeboten professioneller Medienhäuser jedoch nicht immer angenehm ist, zeigt der in 2004 gegründete „Bildblog“,
der sich größtenteils aus Hinweisen seiner Leser zusammensetzt: Der von vier Journalisten betriebene Blog hat sich der Aufgabe verschrieben, als „Watchblog“ die „kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme“ (Bildblog) der größten deutschen Tageszeitung aufzudecken. Auch ein Bild-Sprecher die Bildblog-Leserschaft als „kleine, elitäre Runde mit homöopathischer Größenordnung“ bezeichnet, im Netz wird Bildblog durchaus wahrgenommen: Googelt man „Bild“ landet Bildblog.de auf Rang 3, noch vor Sport Bild und Auto Bild. Und dass zumindest die Online-Redaktion von Bild.de zur Leserschaft gehört, zeigen die rasch auf Bildblog-Einträge folgenden Korrekturen an den eigenen Inhalten.