Nach ähnlichen Gesetzen wie die Fotoverwaltung funktioniert auch die webbasierte Speicherung und Veröffentlichung von Videos. Die Videoplattform YouTube ist spätestens seit ihrer Übernahme durch Google (für 1,65 Milliarden US-Dollar) auch jedem deutschen Verlagsmanager bekannt. Tatsächlich bietet YouTube eines der eindrucksvollsten Beispiele für die Macht von nutzergenerierten Contents und Mund-zu-Mund-Propaganda:
Seit ihrem Launch im Mai 2005 hat sich die Seite quasi ohne jegliche Marketing-Ausgaben zur weltweit größten oder zweitgrößten Video-Downloadplattform entwickelt. Im Oktober 2006 wurden über Youtube täglich etwa 100 Millionen Videos gesehen, womit YouTube laut Hitwise für rund 60% aller Online-Videoabrufe verantwortlich ist. Im Schnitt verbringen die monatlich 20 Millionen Nutzer rund 17 Minuten pro Besuch auf der Website.
Der Content auf YouTube kommt größtenteils von den Nutzern selbst, pro Tag werden mehr als 65.000 Videos auf der Plattform hochgeladen, die Mehrzahl davon private aufgenommen Videoclips. Allerdings besteht der Großteil des YouTube-Contents ohnehin aus privaten Videoclips. Aus diesen entwickeln sich auch auch die „Stars“ der YouTube-Community, die wiederum
unterschiedlichsten gesellschaftlichen Hintergründen entstammen.
Wie auch bei Flickr können Youtube-Mitglieder ihre Videos über eine offene API auch auf eigenen Webseiten oder Blogs einblenden – und so wie Flickr führt YouTube auch in Deutschland die Liste der Video-Portale vor lokalen Konkurrenten wie MyVideo.de an.
Wie wichtig das Angebot von offenen Schnittstellen ist, zeigt auch der Erfolg der Foto- und Videoplattform Photobucket, die im Oktober 2006 nach eigenen Angaben rund 28 Millionen registrierte Mitglieder hatte (bei 1,8 Mio. Neuregistrierungen pro Monat).
Die Firma positioniert sich zunächst als zentraler „Hub“ für die Speicherung und Veröffentlichung von digitalen Medien auf unterschiedlichen Weblogs und anderen Webportalen, und erst in zweiter Instanz als eigenständiger „Brand“ für den Abruf dieser Contents.