Eine der ersten „White Label Plattformen“ für die Erstellung einer kompletten vertikalen Suchmaschine lancierte Alexa, die Search Plattform von Amazon, im Dezember 2005: Über die Alexa Web Search Platform können Entwickler ihre eigenen Suchinterfaces aufbauen. Alexa bietet dazu nicht nur den Zugriff auf seinen gesamten Webindex (Ende 2006 ca. 12 Mrd. Dokumente mit 300 Terabyte Content), sondern ermöglicht auch eine zusätzliche Erfassung (Crawling) von Dokumenten, die noch nicht im Index enthalten sind. Darüber hinaus können Suchmaschinenentwickler grosse Teile ihrer Infrastruktur an Alexa outsourcen. Eine Fixgebühr wird dabei nicht fällig, wohl aber eine „verbrauchsabhängige“ Ressourcengebühr ($1 pro verbrauchter CPU-Stunde, $1 pro Gigabyte Speicher im Jahr, $1 pro 50 Gigabyte Datenverarbeitung und $1 per Gigabyte Upload).
Auch Google hat das Potential individualisierbarer Suchmaschinen erkannt: Mit Google Co-op können Nutzer aus dem Google-Index inzwischen mit wenigen Clicks ihre eigene Suchmachine zusammenzustellen und in ihre eigene Webseite integrieren. Anstatt für diesen Service Geld zu verlangen, blendet Google in den Suchergebnissen seine eigenen Paid Search-Anzeigen ein und beteiligt die Webseiten-Betreiber an den Erlösen.
Zur Definition einer vertikalen Suchmaschine wählt der Nutzer die Thematik seiner Suchmaschine, legt „Engine Keywords“ fest und bestimmt diejenigen Seiten, die ausschliesslich oder schwerpunktmässig in die Suchergebnisse einfliessen sollen. Bei einer Suchanfrage berücksichtigt der Suchalgorithmus dann den sich aus dem Suchmaschinenthema und Keywords ergebenden Kontext und stuft Suchergebnisse auf ausgewählten Websites beim Ranking der Suchergebnisse höher ein (bzw. berücksichtigt nur diese). Die so erstellte Suchmaschine kann in jede Website integriert und an das jeweilige Look and Feel der Seite adaptiert werden.
Für Google liegt das Potential des Angebotes nicht allein in den zusätzlichen Erlöspotentialen themenbezogener Suchmaschinen, sondern auch in der Verschlagwortung von Websites sowie der impliziten Vertrauensbekundung des Nutzers gegenüber Websites durch die Aufnahme in die eigene Suche.
Zusammengenommen bilden diese auch für die allgemeine Suche über Google neue Relevanzkriteren für das Ranking von Suchergebnissen.
Auch Konkurrent Yahoo hat mit dem Yahoo! Search Builder bereits seit Mitte 2006 eine personalisierbare Suchbox im Angebot. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind bei Yahoo vielfältiger: so kann etwa ein Logo in die Suchbox integriert werden oder eine Tag-Cloud der häufigsten Suchbegriffe erstellt werden. Da Yahoo aber (zumindest bei kleinen Seitenbetreibern) noch keine Beteiligung an den zurechenbaren Suchumsätzen ermöglicht, dürfte das Google-Angebot für viele Seitenbetreiber deutlich attraktiver sein.
Neu ist das Prinzip der personalisierten Suche über von Usern festgelegte Websites nicht: Einer der ersten Anbieter auf diesem Gebiet war das Startup Rollyo, das über die API von Yahoo den Aufbau einer personalisierten Suche über bis zu 25 Webseiten ermögglicht. Seit dem Launch des Angebotes Ende 2005 sind auf die Weise über 150.000 „Nischensuchmaschinen“ entstanden, die fast jede nur denkbare Special Interest-Suche abdecken. In diesem vielfältigen Angebot muss sich der Nutzer allerdings im ersten Schritt wiederum selbst die passende Suchmaschine suchen und diese – wegen fehlender Ratings – selbst auf ihre Funktionalität prüfen. Auch Rollyo ermöglicht die Einbindung der Searchbox auf der eigenen Website. Über das Rollyo-Partnerprogramm können auch Werbeeinblendungen in den Suchergebnissen platziert werden.
Auf die Erschliessung des Hidden Web setzt die „Wissenschafts-Suchmaschine“ Scirus des holländischen Elsevier-Verlages. Neben mehr als als 300 Millionen öffentlicher wissenschaftlicher Websites durchsucht Scirus über Partnerschaften zahlreiche Archive wissenschaftlicher Publikationen, die von anderen Suchmaschinen kaum erfasst werden. Eine „erweiterte Suche“ erlaubt die Spezifkation von Veröffentlichungszeiträumen, -Formaten, -Quellen sowie der gesuchten Fachrichtung. Über eine automatisch generierte Liste weiterer Schlüsselwörter können die Suchergebnisse im Anschluss an die erste Suchanfrage weiter verfeinert werden.
Das Hidden Web der Software-Einkäufer will die Technology-Suchmaschine IT.com erschliessen. Neben einer IT-fokussierten Websuche indexiert IT.com unter anderem White Paper, die von den veröffentlichenden Instituten oder Unternehmen in die Suchmaschine eingestellt werden. Zusätzlich segmentiert IT.com seine Suche in verschiedene Kategorien (News, Companies, White Papers, Webcasts) und ermöglicht dem Nutzer damit eine gezieltere Suche als auf einer allgemeinen Suchmaschine. Der als „dynamic Peer Ranking“ bezeichnete Suchalgorithmus basiert auf der von den Nutzern bewerteten Marktposition eines Unternehmens im jeweiligen Softwaresegment.