Reverse-Auctioning Plattformen nutzen ein altbekanntes Prinzip zur Vergabe von Aufträgen: die Ausschreibung. Die inzwischen zahleichen Online-Angebote in diesem Bereich funktionieren alle nach dem gleichen Grundsatz: Der Auftraggeber (= Endkunde) stellt seinen Auftrag
samt Spezifikationen online, die potentiellen Auftragnehmer können in Form einer Rückwärtsauktion, d.h. durch das Unterbieten vorheriger Angebote, um den Auftrag bieten.
Um die Qualität der Leistungen zu sichern und keinen reinen Preiswettkampf zu erzeugen, bewerten sich Auftraggeber und -nehmer nach der Leistungserbringung.
Das Prinzip scheint zu funktionieren: Beim Mitte August 2005 gestarteten virtuellen Auktionshaus für Handwerks- und Dienstleistungsaufträge My-Hammer.de finden sich täglich über 7000 ausgeschriebene Aufträge. Nach Unternehmensangaben nutzen bereits 120.000 private und gewerbliche Auftraggeber die Plattform, denen über 30.000 qualifizierte Handwerker und Dienstleister gegenüber stehen. Je nach Auftragsvolumen erhät die Plattform eine Provision von bis zu 4% des erzielten Umsatzes.
Bei www.2te-zahnartzmeinung.de können Patienten den Heil- und Kostenplan ihres behandelden Zahnarztes uploaden und sich von anderen Zahnärzten weitere Angebote für die anstehende Behandlung einholen. Nach Ablauf der Auktion kann sich der Patient, auch mit Blick auf die bisherigen Ratings der Zahnärzte durch die Nutzer, für eines der fünf günstigsten Angebote entscheiden.
Gebühren werden hier auf Seiten des Auftraggebers erhoben, fallen mit höchstens 7,50 Euro aber im Verhätnis zur möglichen Preisersparnis relativ gering aus. Nach Angaben des Unternehmens erzielten die Patienten dabei im Schnitt eine Ersparnis ihres Eigenanteils von 56 Prozent. Anfang 2006 (ein Jahr nach Start der Plattform) wurde das Angebot von 700 Patienten und 400 Zahnärzten wahrgenommen.