Beim Thema Reisen und Urlaub greifen 69% der deutschen Internetnutzer während ihrer Entscheidungsfindung auf das Internet zurück (ACNielsen, Entscheidungsfaktoren beim Einkauf von Produkten und Services, 2006). Während allerdings bei den frühen Reise-Informationsangeboten im Internet der reine Preisvergleich (z.B. von Flugticket-Preisen) häufig im Vordergrund stand, erlauben nutzergenerierte Online-Plattformen zunehmend auch den Zugriff auf eine Vielzahl qualitativer Informationen und Bewertungen.
Mit über 20 Mio. Besuchern im Monat ist die 2005 von Expedia übernommene Plattform TripAdvisor.com die weltweit grösste dieser Reise-Plattformen. Hotel- und Restaurant-Bewertungen, ein Reise-Wiki, Vorschlagslisten für Freizeitaktivitäten, Foren und integrierte Google-Maps verschmelzen hier zu einem nutzergenerierten Online-Reiseführer.
Auch beim deutschen Anbieter Holidaycheck können Hotels bewertet, Urlaubskritiken verfasst, Bilder eingestellt und Reistipps erteilt werden. Über 400.000 Hotelbewertungen und fast 200.000 Urlaubsbilder finden sich bereits auf der Seite (Nov. 2006); das lockt jeden Monat 300.000 Besucher, die mit 70 Mio. Pageimpressions die Site sehr stark frequentieren. Der wachsende Einfluss solcher Seiten auf die Buchungsentscheidungen schafft allerdings auch Anreize zur Manipulation. Knapp 5% der Bewertungen löscht das in der Reise-Hochsaison 15 Mann starke Content Management Team von Holidaycheck aufgrund eines vorliegenden Manipulationsverdachtes (FAZ vom 10.11.2006, „Jeder hilft jedem, alle wissen alles“). Dieser entsteht etwa, wenn Bewertungen in einem für Reisekataloge typischen Sprachstil verfasst sind oder zahlreiche Bewertungen über eine identische IP-Adresse eingehen. Im Juli 2006 übernahm die Tomorrow Focus AG 51% der Anteile an Holidaycheck für 9 Mio. Euro. Weitere 29% gingen an Burda Digital Ventures.