Die Mehrzahl der allgemeinen Social Networks werden bislang eher von jüngeren Mitgliedern genutzt werden. Mit Eons versucht Jeff Taylor, Gründer von Monster.com, das Social Networking Prinzip auch auf die Generation „50+“ zu übertragen. Die aktiven Senioren kontrollieren 67% des amerikanischen Vermögens und stehen für eine wachsende und gefragte Werbe-Zielgruppe. Aufgrund der Registrierungsdaten können Werbetreiber die Eons-Nutzer nach demographischen Kriterien wie Alter, Geschlecht oder Interessen targetieren.
Anders als junge Netzwerke wie MySpace zieht Eon eine Reihe von „seriösen“ Werbetreibenden wie wie beispielsweise Fidelity Investments an. Die Herausforderung für Eons liegt vor allem in der Anziehung von Nutzern: Laut einer Umfrage von Jupiter Research sind nur 20% der über 55jährigen an den derzeit verfügbaren Social Networks interessiert (verglichen mit 75% der 18-24jährigen). Durch besondere Tools hofft Taylor, gerade ältere Nutzer auf die Seiten zu ziehen: Neben den bei Social Networks üblichen Profilen, Blogs und Foren können Eons Mitglieder über eine strukturierte Datenbank von Lebenszielen Gleichgesinnte finden, oder Kondolenzbücher zu rund 77 Mio. Todesanzeigen ausfüllen. Die Eons-interne Suchmaschine „Cranky“ ermöglicht den Mitgliedern, externe Suchergebnisse zu bewerten und soll somit langfristig einen gewichteten Index der für die Zielgruppe relevanten Webadressen generieren. Zudem besticht die Seite durch ein einfaches, klar strukturiertes Design mit großen Schriftgrößen.
Auf ein „Hybrid-Modell“ aus realer und virtueller Kommunikation setzt das „Studentenverzeichnis“ StudiVz. Die an das amerikanische Vorbild Facebook (11 Mio. Mitglieder im Sept. 2006) angelehnte Studenten-Community hat es geschafft ein Jahr nach dem Start 900.000 Nutzer in ihrem Netz zu „immatrikulieren“ (Okt. 2006). Nach Angaben der Betreiber sind 2/3 der Nutzer fast täglich auf den Seiten der Community zu finden. Dabei profitiert das Studentenverzeichnis vom realen Lebensbezug seiner Mitglieder: Wer beispielsweise die Teilnehmer eines Seminars näher kennenlernen möchte, kann deren Profile einschließlich Freundeskreis im Online-Verzeichnis abrufen.
Die Anziehungskraft einer klar definierten Zielgruppe belegt auch GayRomeo, eine aus Berlin stammende und aus rechtlichen Gründen in die Niederlande ausgewanderte Community für homosexuelle Männer. Aufgrund der ihrer weiten Verbreitung (allein in Deutschland 250.000 Mitglieder) wird die Plattform in der Szene als „schwules Einwohnermeldeamt“ bezeichnet. Neben ihrer Funktion als Kontaktbörse dient die Plattform als Ratgeber für die Fragen des Lebens, aber auch als Kleinanzeigenmarkt. Laut Wikipedia führt der Erfolg der Community inzwischen dazu, dass alteingesessene Online- wie Offline-Treffpunkte der schwulen Gemeinde zu veröden drohen.