Ein gutes Stück in die Zukunft weist das lokale Suchangebote Yahoo Local, das eine intelligente Verknüpfung von Suchfunktionen und nutzergeneriertem Content bietet. Die Business-Adressen auf Yahoo Local werden über den Yahoo Webspider und über Kooperationen mit Anbietern von Gelben Seiten und anderen Adresslieferanten zusammengetragen (in Deutschland kooperiert Yahoo z.B. mit dem Telefonverzeichnis „Das Örtliche“ der Deutschen Telekom) und anschliessend mit weiteren Informationen und Filtermöglichkeiten verknüpft.
So können alle Adressen auf einen bestimmten geographischen Radius begrenzt werden („zeige mir alle Restaurants im Umkreis von fünf Kilometern“) oder – je nach Kategorie – nach zusätzlichen Kriterien wie Nutzerratings oder Preiskategorien gefiltert werden. Zu jedem Suchergebnis sind zudem detaillierte Anfahrtsbeschreibungen, Parkplätze, Bankautomaten und andere Stationen in der Umgebung, User-Reviews sowie eine Vielzahl von weiteren Informationen verfügbar (z.B. Foto-Slideshows, Preise, Menüs, Specials, Features etc.).
Die lokale Suche von Yahoo wird zudem inzwischen um Inhalte erweitert, die eher dem Angebot eines Stadtmagazins gleichen. Dazu blenden die lokalen Suchanfragen nahtlos in die Yahoo City Guides über, die auch Veranstaltungen, Filme und lokale Nachrichten umfassen. Für Restaurantbesuche oder Kulturveranstaltungen bietet Yahoo eine direkte Reservierungsmöglichkeit, sofern die entsprechenden Firmen an das Reservierungssystem von Yahoo angeschlossen sind.
Google Local gibt es seit 2004 und ist inzwischen in das Google Maps-Angebot integriert worden (Kap. 6.2.2). Das System kombiniert Adressdaten mit Informationen wie Ratings, Reviews, Preisinformationen sowie Webverweise aus dem Google Index. Allerdings reicht der Funktionsumfang von Google Local nicht an den von Yahoo heran, was eine Erklärung dafür sein dürfte, warum Google – anders als in der allgemeinen Suche – bei lokalen Suchen in der Gunst der Nutzer „nur“ gleichauf mit Yahoo liegt.
Ein innovatives lokales Suchangebot hat Ask.com in 2006 mit seinem lokalen Suchportal AskCity gelauncht. Es umfasst (u.a.) Business-Adressen, Veranstaltungen und Kinoprogramme. Dazu hat Ask.com Content-Partnerschaften mit einer Vielzahl von Partnern wie Active, CitySearch, Eventsource, Fandango, MuseumTix, Ticketmaster, TicketWeb, Trip Adveriser und Yelp abgeschlossen. Obwohl die einzelnen Features von AskCity auch auf anderen Webseiten zu finden sind, bietet diese Kombination von umfangreichen Ressourcen eine Tiefe der lokalen Suche, an die bisher nur wenige Angebote heranreichen.
Zudem bietet die Kartenfunktion von AskCity einige interessante Zusatzfunktionen, darunter die Möglichkeit, bestimmte Bereiche auf der Karte zu markieren und diese für künftige Suchanfragen wieder zu verwenden.
Ask.com wurde 2005 für 1,8 Mrd US-Dollar von der IAC/InteractiveCorp übernommen, die mit CitySearch bereits eine weitere lokale Suchmaschine in ihr Portfolio eingekauft hatte. Das bereits 1995 von Bill Gross (u.a. Gründer von GoTo.com) gegründete CitySearch war Vorreiter der lokalen Suche. Offenbar von den Angeboten der „grossen“ Internetplayer beeinflusst, zeigen die Alexa-Traffic-Zahlen von CitySearch seit Anfang 2006 einen deutlichen Abwärtstrend.
Auch Microsoft hat mit Local Live Search ein lokales Suchangebot gelauncht, das aber nocht nicht über die Kombination eines Adressverzeichnisses mit einer Kartenansicht sowie einer syndizierten Fassung von CitySearch hinausgeht. Allerdings versucht Microsoft mit Virtual Earth zumindest im Bereich der Kartendarstellung Google zu übertrumpfen. Die 3D-Kartenansicht ist Teil der Live Suche und baut auf dem Zusammenspiel von zwei- und dreidimensionalen Stadtmodellen mit Satelliten- und Fotoaufnahmen auf. Damit kreiert Microsoft eine dreidimensionale, „reale“ Welt, in die mittelfristig auch „reale“ Werbung eingeblendet werden soll (z.B. auf Plakatwänden). Die Technologie für das 3D-Rendering der Werbung und deren Realtime-Einblendung in die Kartenansicht stammt von der von Microsoft übernommenen Firma Massive Incorporated, die ursprünglich als Spezialist für InGame Advertising in Computerspielen gestartet war.
Optisch wenig eindrucksvoll, aber dennoch zukunftsgerichtet ist der Google Ride Finder aus den Google Labs, der in mehreren US-Städten verfügbare Taxis mit ihrer jeweiligen Position in Realtime anzeigt. Dazu werden die Daten der mit GPS ausgerüsteten Fahrzeuge direkt an Google überspielt. Auch wenn eine solche Applikation am stationären Desktop eher als Spielerei erscheint, legt sie die Grundlagen für eine künftige Übetragung von automatisierten Taxisuchen im mobilen Device.
