Einer der wichtigsten Treiber der zunehmenden Transparenz interner Kampagnen- und Lead-Konvertierungen ist Google. Im März 2005 kaufte Google die Webanalyse-Firma Urchin auf, nannte die Software in “Google Analytics” um und wagte einen radikalen Schritt: Die Software, bis dato für 495 US-Dollar pro Monat lizensierbar, sollte künftig komplett kostenlos sein, und zwar nicht nur für Google-Kunden, sondern für alle Webseitenbetreiber, die sich dafür interessierten. Die Nachfrage war so groß, dass Google zwischenzeitlich die Zugänge begrenzen musste, um die gesamte Softwarelandschaft auf den massiven Traffic umzustellen.
Mit Google Analytics haben nun auch kleine Webseitenbetreiber Zugriff auf eine detaillierte Traffic-Auswertung, die vorher nur über teure professionelle Lösungen erhältlich war. Trotz seiner Komplexität ist Google Analytics einfach zu zu bedienen: Zur Installation des Tools muss der Seitenbetreiber lediglich einen kleinen Javascript-Code auf seinen Webseiten einfügen, der bei jedem Seitenaufruf automatisch den Google-Server benachrichtigt.
Nach der Installation hat der Webseitenbetreiber Zugriff auf eine Fülle von webbasierten Analyse-Features, die ihm eine detaillierte Auswertung der Nutzer und ihrer Aktionen auf seinen Seiten erlauben. Neben den Standard-Auswertungen der Page-Impressions, verlinkenden Quellen etc. können die Webseiten-Besucher über eine Kartenansicht automatisch nach geographischen Daten bis hin zu einzelnen Städten angezeigt werden.
Weiterhin ermöglicht Google-Analytics eine detaillierte Analyse der gesamten Seitennavigation. Über das Overlay-Feature kann beispielsweise auf jeder Einzelseite des Webauftritts angezeigt werden, wie viele Nutzer auf welche Links der Seite klicken – was wiederum die Grundlage für die Optimierung der Navigationslogik bietet.
Für eCommerce-Applikationen und damit auch für Werbetreibende besonders relevant sind die sogenannten “Funnel Reports”, mit denen Google Analytics die Definition von verschiedenen Schritten des Einkaufsprozesses ermöglicht. Auf jeder “Stufe” des Sales-Prozesses werden die Konvertierungsraten hin zu nächsten Stufe sowie die möglichen Ausstiegspunkte gemessen. Webseitenbetreiber können damit feststellen, an welchen Stellen ihres Sales-
Prozesses ihre Nutzer “aussteigen” (z.B. bei einem Registrierungsformular oder bei einer Billing-Option) und ihre Webseite dementsprechend optimieren.
Natürlich bietet Google die kostenlose Auswertungssoftware nicht selbstlos an. Im Zuge der Intergration hat Google die gesamte Urchin-Software nahtlos an das eigene AdWords-System angeschlossen. AdWords-Kunden können über Google Analytics ihre gesamten Keywort-Kampagnen auswerten, zu jedem Keywort vergibt Google hierzu automatisch eine eigene Tracking-URL. Die detaillierten Auswertungsmechanismen können somit auf jedes Detail einer Google-Kampagne heruntergebrochen werden – bis hin zu den konkreten Konvertierungsraten eines über ein bestimmtes Keywort generierten Nutzers. Seinen Werbetreibenden ermöglicht Google damit eine exakte Auswertung ihrer Google-Kampagnen, und damit eine bis dato ungekannte Transparenz des Werbeerfolgs.
Zudem werden die Tracking-Informationen der Webseiten auf Google-Servern gespeichert. Damit schafft Google eine weitere Datenquelle für künftige Dataminining-Zwecke, die das ohnehin schon gigantische Datenmaterial über den weltweiten Internetverkehr weiter ergänzt.