Wie sich Weblogs, Social Networks und andere Formen der Nutzereinbindung miteinander kombinieren lassen, zeigt das Beispiel der GoingOn Networks. GoingOn bezeichnet sich selbst als „Open Web Publishing and Community Management Platform“ und verbindet unter anderem
- eine Social-Network-Software, in der GoingOn-Mitglieder ihr persönliches und berufliches Profil hinterlegen und ein eigenes „Netzwerk“ von Kontakten aufbauen können;
- eine Gruppenfunktion, mit der Mitglieder geschlossene Gruppennetzwerke mit individualisiertem Look & Feel aufsetzen können;
- einen offenen Blogbereich, in dem Mitglieder eigene Nachrichten veröffentlichen und neue Trends diskutieren können;
- nutzergenerierte „Media-Galleries“, über die diese Fotos, Audio-Files und Videos veröffentlichen können;
- Tagging-, Rating- und andere Bewertungsmechanismen, die eine nutzergenerierte Einordnung und Bewertung der veröffentlichten Inhalte ermöglichen.
Treibende Kraft hinter GoinOn ist Tony Perkins, vor allem als Gründer des IT-Magzins RedHerring bekannt, das zu den Boomzeiten des Internets mehrere hundert Seiten umfasste.
Wie schwierig eine Übertragung der Kontrollmechanismen von nutzergenerierten Nachrichtenangeboten an die Nutzer ist, zeigt das Beispiel von Stern Short News. Auf der Plattform können registrierte Mitglieder Nachrichten einstellen, die aus einer überprüfbaren deutschen oder englischen Quellen stammen und dann als Kurzbeschreibung und einem Link auf die Originalquelle publiziert werden. Für ihre Aktionen auf der Plattform (z.B. für Veröffentlichungen, Kommentare u.ä.) bekommen Mitglieder „Punkte“ gutgeschrieben, die als Grundlage für ein Ranking der besten „Webreporter“ dienen und zudem in Prämien umgetauscht werden können.
Die Moderation und Redaktion der Beiträge wird von einem festen Mitarbeiterstamm betreut, der jahrelang von freiwillig mitarbeitenden Administratoren, Channelmastern und Forenmoderatoren unterstützt wurde. Am 21. September 2006 stellte der Stern diese Politik dann um (angeblich wegen einer Polarisierung der Moderatoren), fortan sollte die Plattform nur noch von internen Mitarbeitern betreut werden. Nach einem Proteststurm und einer „Unterschriftenaktion“ gegen den Wechsel erklärten viele der aktiven Mitglieder einen sofortigen Boykott der Plattform und stellten ihre Nachrichtenlieferungen ein.