Wie sich Social Networking Prinzips auf Geschäftsbeziehungen übertragen lässt, zeigt das Business-Netzwerk LinkedIn. Dabei berücksichtigt LinkedIn die besonderen Charakteristika von Geschäftsbeziehungen, darunter den Grundsatz, dass „persönliche Kontakte nur deshalb wertvoll sind, weil Sie persönlich sind“. Die Plattform bietet daher einen ausgeklügelten Schutzmechanismus für private Kontakte. Die Nutzer können einen Kontakt ihres direkten Kontaktkreises nicht direkt kontaktieren, sondern benötigen hierfür zunächst eine Empfehlung ihres direkten Kontaktes. Dieser Mechanismus macht LinkedIn vor allem für High-Level-Entscheider interessant und hat die Plattform zu einem der weltweit populärsten Business-Netzwerke anwachsen lassen. In einem zweiten Schritt soll LinkedIn nun zu einer „Empfehlungsplattform“ – etwa für Ärzte, Rechtsanwälte und andere Dienstleister - ausgebaut werden: Seit dem Herbst 2006 können Mitglieder sich gegenseitig bewerten und in ihren Netzwerken empfehlen. Gegenüber anonymen Bewertungsportalen erhofft sich LinkedIn durch die Netzwerkbekanntschaften einen höheres Vertrauen der Nutzer in die Empfehlungen. Einen ähnlichen Mechanismus nutzt LinkedIn bereits in der internen Jobsuche, über die Jobinteressenten gezielt nach Jobangeboten in ihrem Netzwerk suchen können.
Dass effiziente Business-Netzwerke durchaus auf eine Zahlungsbereitschaft der Nutzer stoßen, belegt die ist Business Community Xing (ehemals openBC). Mit 1,5 Mio. Usern aus über 200 Ländern ist Xing nach eigenen Angaben zum Marktführer bei geschäftlichsorienten Netzwerken in Europa und Asien aufgestiegen. Im Unterschied zum amerikanischen Vorbild LinkedIn ist es auf der mittlerweile 16-sprachigen Plattform für Kontaktaufnahme nur notwendig, dass der Kontaktwunsch von der Gegenseite bestätigt wird. Um den vollen Funktionsumfang der Plattform zu nutzern, müssen Nutzer eine Premium-Mitgliedschaft für 5,95 Euro im Monat erwerben. Dank eines Anteils von Premium-Mitgliedern von 13,8% wirtschaftet das Unternehmen profitabel.