Eine Beteiligung der Nutzer an den über ihre Contents erzielten (Werbe-)Einnahmen verfolgen beispielsweise die Videoplattformen Revver und Eefoof und – nach eigenen Aussagen – demnächst auch MSN auf seiner neuen Videoplattform SoapBox. Im Fall von Revver und Eefoof werden hierzu die mit einem Videokonsum verbundenen Werbeeinahmen zwischen dem Produzenten und dem Plattformbetreiber aufgeteilt. Bei Microsoft sollen die Nutzer für ihre Teilnahme noch nicht definierte §“Goodies“ erhalten, z.B. die auf der xBox verwendeten Microsoft Points oder Gutscheine für den Musik-Download.
Eine Beteiligung der Nutzer an den Werbeeinahmen verspricht auch Helium, eine nutzergenerierte Artikelplattform, die auf eine strukturierte Verwaltung und Bewertung der eingereichten Artikel setzt. Auch die zunächst unstrukturierte Blogosphäre lässt sich monetarisieren:
Die Hamburger Firma Creative Weblogging etwa betreibt über Partnerschaften mit freien Bloggern ein
werbefinanziertes Netz von mehr als 65 Weblogs zu Themen wie Technologie, Wirtschaft und Finanzen, Bildung, Elektronik und Gesundheit, die zentral vermarktet werden. Die Blogger werden anschliessend – ähnlich wie bei dem US-Vorbild Weblogs Inc! – anteilig an den über ihre Blogs erzielten Werbeeinnahmen beteiligt.
Eine neue Form digitaler Arbeitsplätze bietet die Suchmaschine ChaCha,
die eine Websuche mithilfe von realen (menschlichen) Guides anbietet: Registrierte Guides werden hier mit $5-10 pro Stunde vergütet, unter anderem in Abhänigkeit ihrer Ratings durch die Suchenden.
Neben der direkten finanziellen Vergütung setzt ChaCha auf die Reputationsmechanismen der Guide-Community. Im Oktober 2006 hatte ChaCha rund 7.000 Guides.
Finanziert werden soll das Angebot durch Werbeeinnahmen. Kalkuliert man jedoch die Kosten für die Guide-Vergütung, stellt sich die Frage, wie ChaCha mit seinem Business-Modell gegen Suchmaschinen wie Google & Yahoo bestehen will.
Natürlich lässt sich das Erlös-Sharing auch auf Paid Content Modelle übertragen, sofern für die jeweiligen Inhalte ein Markt existiert. Dass nutzergenerierte Inhalte durchaus verkäuflich sein können, zeigt das Beispiel des Grin-Verlags, der sich seit seiner Gründung im Jahr 1998 auf die Online-Veröffentlichung wissenschaftlicher Texte spezialisiert hat. Über die Portale Hausarbeiten.de, Diplomarbeiten24 und Wissen24 können Studenten und Hochschullehrer Studien-, Seminar, Diplom- oder Doktorarbeiten vertreiben, die Erlöse werden zwischen dem Autor und dem Verlag aufgeteilt. In 2004 weitete der Verlag das Modell mit dem Launch von Unterweisungen.de. auf schriftliche Ausarbeitungen im Rahmen der Ausbildung der Ausbilder (AdA) aus.
Auf den Vertrieb von nutzergenerierten Klingeltönen setzt myNuMo. Die Seite bietet einerseits die notwendigen Tools zur Generierung von mobilen Inhalten wie Klingeltönen, Wallpapers und anderen mobilen Inhalten, und dient zugleich als Marktplatz für den Verkauf der erzeugten Inhalte.
Dass die Kreativen im Endeffekt nur 20% des mit den eigenen Produkten erzielten Umsatzes erhalten, ist nach Ansicht von myNuMo durchaus fair – schliesslich würden selbst erfolgreiche Künstler wie 50 Cent nur mit 14% der mit ihren Songs erzielten Klingeltonerlösen beteiligt.