Die kontextuelle Suchapplikation Y!Q von Yahoo ermöglicht eine Verknüpfung des aktuellen Medienkontextes mit einer Suchanfrage. Grundgedanke von Y!Q ist es, dass ein jeweiliges „Textumfeld“ (z.B. eine gerade
gelesener Artikel) Hinweise zu dem Kontext einer Suchanfrage liefern kann und damit eine individuellere Spezifikation der Suchergebnisse ermöglicht. Y!Q bietet zwei Formen der kontextuellen Einbettung: So kann die Y!Q-Suche von Publishern einem Textabschnitt oder Schlagwort beigefügt werden (in Form eines Icons mit nachfolgendem Pop-up). Alternativ können Nutzer Y!Q als Add-on direkt in den Firefox-Browser oder den Internet Explorer integrieren. Damit wird es möglich, im Browserfenster Textabschnitte zu markieren und in der Toolbar des Browsers eine kontextuelle Suchanfrage zu starten. Bei der Gewichtung der Ergebnisse berücksichtigt Y!Q dann das Keywort und den Kontext des zuvor erfassten Textes.
Die „Social Search“-Maschine Wink nimmt Nutzerbewertungen in die Suchergebnisse auf. Dazu verbindet Wink die Ergebnisse des Google-Indexes mit nutzergenerierten Tagging-Verzeichnissen wie Digg. Yahoo MyWeb, Furl, Slashdot und anderen. Alle registrierten Nutzer können über Wink Suchergebnisse auch selbst bewerten, mit weiteren Tags versehen oder in sogenannten „Collections“ zusammenführen.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt die Social Search Engine PreFound, die in ihrem Angebot Ranking-, Tagging- und andere Mechanismen zur Einbindung der Nutzer in die Suche verbindet.
In die nutzergestützte Suche will auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales mit seiner neuen Such-
maschine Wikisari (Arbeitstitel) vorstoßen. Noch ist das Projekt in der Anfangsphase, fest steht aber, dass auch Wikisari, wie bereits Wikipedia,
komplett auf Open Source Software beruhen soll. Dafür will Wales die Community nicht nur in die Bewertung der Suchergebnisse, sondern auch in die technologische Entwicklung von Wikisari einbinden. Auch die Rechenleistung für die Indexierung und Bewertung der Suchmaschine soll von der Community bereitgestellt werden: auf der Basis von P2P-Technologien, die ein „Grid Computing“ auf den Rechnern der Nutzer ermöglichen. Grundlage für diese Technologie liefert die (ebenfalls Open Source basierte) P2P-Suchmaschine YaCy (www.yacy.net), die bereits 205 Millionen Internetseiten indexiert haben soll. Anders als Wikipedia soll Wikisari, z.B. durch die Einbindung von Paid Search Ergebnissen, Erlöse erwirtschaften.
Über Social Search Applikationen können Nutzer auch in die Personalisierung von Suchanfragen eingebunden werden. Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Firma Eurekster, die in ihrem Angebot Suchalgorithmen mit Social Networking Funktionen verbindet. Eurekster ermöglicht seinen Nutzern die Einrichtung sogenannter „Swickis“, die als „vertikale Suchmaschinen“ den Eurekster-Index mit Filtern einzelner Nischen-Communities (z.B. zum Thema Technologie) verbinden und die Suchergebnisse u.a. anhand des Surfverhaltens der jeweiligen Community-Mitglieder bewertet. Dabei blendet Eurekster auch bezahlte Suchergebnisse ein, deren Erlöse mit den jeweiligen Swicki-Betreibern geteilt werden.
Bis zum Februar 2007 hatten die Eurekster-Nutzer, darunter neben Privatleuten und Nischen-Webmastern auch Adressen wie Forbes oder Popular Science, bereits 44.000 Swickis angelegt, über die insgesamt etwa 12 Millionen Suchanfragen pro Monat verarbeitet wurden.
In 2007 soll die Zahl der Swickis erstmals die 100.000-Marke überschreiten und die Zahl der Suchen auf mehr als 100 Millionen pro Monat ansteigen.
Die Suchmaschine Kaboodle macht es ähnlich, hat sich aber auf Produktsuchen fokussiert. Über Kaboodle können sich Nutzer in Nischen-Gruppen zusammenschließen, und sich auf diese Weise gegenseitig trendige Produkte empfehlen. Allerdings werden die Nutzer bislang nicht an den Erlösen dieses „Social shoppings“ beteiligt.
