Als Google im April 2002 die erste Beta-Version seines Nachrichtenangebots Google News lancierte, sorgte dies für ein Raunen in der Medienbranche. Als erste grössere Nachrichtenseite verzichtete Google News vollständig auf Redakteure und menschliche Interventionen und überliess die thematische Einordnung und Gewichtung der Nachrichten vollständig Algorithmen. Der Google-Spider überwacht hierzu in Realtime rund 4500 (USA, Deutschland: 700) Nachrichtenquellen, ordnet die Nachrichten anhand einer Volltextanalyse Ressorts zu und entscheidet anhand einer Vielzahl von Parametern (Anzahl von Veröffentlichungen, Textlängen, Suchanfragen auf Google News etc.), welche Relevanz die jeweiligen Nachrichten haben.
Veröffentlicht werden auf Google News nur Abstracts einer Meldung, mit einem Klick gelangt der Nutzer auf den jeweiligen Quelltext. Neben dem allgemeinen Überblick bietet Google News eine Reihe nützlicher Zusatzfunktionen: So können Nutzer die einzelnen Nachrichtenmodule individualisieren und zu einer personalisierten Seite zusammenbauen, sich über stichwortbasierte Alerts per eMail über bestimmte Themen benachrichten lassen oder die einzelnen Nachrichtenfeeds per RSS in einen externen Reader übernehmen.
Aufgrund der automatischen Seitengenerierung ist Google News äusserst skalierbar, inzwischen läuft das Angebot in mehr als 20 Ländern und 12 Sprachen. Die Reaktionen der Medienanbieter auf Google News sind äusserst unterschiedlich: Während etwa Reuters Google-News als Traffic-Generator für seine eigenen Endnutzer-Portale begrüsst, hat AFP seine Nachrichten per Klage aus dem Google-Index entfernen lassen.
Einen etwas anderen Ansatz als Google verfolgt Yahoo mit seinem Nachrichtenportal Yahoo News. Zwar wird auch hier die Generierung der Nachrichtenseiten durch Algorithmen unterstützt, doch werden bei Yahoo zumindest die Top-Stories noch immer von einem redaktionellen Team überwacht. Zudem hat Yahoo mehr als 100 Partnerverträge mit Nachrichtenanbietern geschlossen, um seinen Nutzern den Zungang zum Gesamttext eines Artikels innerhalb des eigenen Portals zu ermöglichen. Mit 31,4 Millionen Besuchern pro Monat war Yahoo News in 2006 das reichweitenstärkste Nachrichtenportal in den USA und schlug damit „redaktionellen“ Haupt-Konkurrenten MSNBC (25,9 Mio.) und CNN (21,3 Mio.).
Auf Nischenzielgruppen fokussiert sich der Aggregator Topix, an dem seit 2005 die US-Pulbisher Knight Ridder, Tribune Company und Gannet die Mehrheit der Anteil halten. Wie Google News indexiert auch Topix automatisch mehr als 10.000 Quellen, geht bei der Segmentierung des Contents jedoch deutlich weiter als Google: Insgesamt bietet Topix mehr als 360.000 thematische Sub-Portale, darunter 30.000 Stadt-, 48.000 Prominenten- sowie verschiedene Industrie- und Branchenportale. Dabei aggregiert Topix nicht nur Nachrichten, sondern auch Kleinanzeigen, Veranstaltungen, Weblogs und Service-Listings. Ziel von Topix ist es, die wachsende Masse von mikrosegmentiertem Content so zu bündeln, dass daraus auch Nischenzielgruppen eine „Vollabeckung“ ihres spezifischen Informationsbedarfs erhalten.
Aussschliesslich auf lokale Kleinanzeigen konzentriert sich der Aggregator Oodle, der nach eigenen Angaben rund 20 Millionen rubrizierte Anzeigen aus 75.000 Webseiten aggregiert. Diese Masse an Anzeigen generiert Oodle über einen hybriden Ansatz zwischen einer RSS-basierten und einer automatisierten Content-Aggregation über einen Spider. Die eingelesenen Anzeigen werden in einer parametrisierten Datenbank hinterlegt und können damit – unabhängig von ihrer Veröffentlichungsquelle – nach strukturierten Kriterien durchsucht werden (bei Immobilien etwa u.a. nach Preis, Zimmerzahl und Grösse), mit einem Click auf ein Listing gelangt der Nutzer auf die Original-Anzeige auf der Webseite, auf der diese veröffentlicht wurde. Durch die Aggregation der Anzeigen auf einem Portal erspart Oodle seinen Nutzern das „Scannen“ verschiedener lokaler Kleinanzeigenmärkte und positioniert sich als „Gateway“ zwischen dem Endnutzer und den Plattformanbietern, auf denen die Anzeigen veröffentlicht wurden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgen die „Meta-Suchmaschinen“ Indeed und Simply Hired sowie die deutsche Kimeta, die ausschliesslich Jobanzeigen aus verschiedenen Quellen aggregieren, die dann nach Stichworten und/oder nach strukturierten Kriterien wie Funktionsbereich, Wirtschaftszweig oder Firmengrösse durchsucht werden können. Aufgrund der automatisierten Aggregation umfassen die Aggregatoren eine Jobvielfalt, die normale Stellenbörsen nicht bieten können: So waren allein auf Simply Hired Ende 2006 rund 4,7 Mio. Jobs gelistet.
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