Mehr als 140 Mio. registrierte Nutzer (Stand Januar 2007; und täglich werden es 230.000 mehr) haben bei MySpace ihre persönlichen Daten, Vorlieben und Freizeitaktivitäten hinterlegt. Ca. 7% der Page Visits in den USA gingen im July 2006 auf Seiten von MySpace. Damit spielt MySpace in einer Liga mit Marktführer Yahoo (ca. 9%, Nielsen NetRating, 2006).
Neben den Profilen der Nutzer und der Verwaltung des Freundeskreises setzt MySpace auf eine Vielzahl von Interaktions- und Publikationsmöglichkeiten, z.B. über Weblogs, Videos, Fotoalben, Foren und Kleinanzeigen. Auf diese Weise entsteht eine „Content-Raum“ von nutzergenerierten Inhalten, der die Nutzer langfristig an die Seite bindet. Die Attraktivität des Angebotes verdeutlichen die mehr als 1,6 Mrd. Videos, die im Juni 2006 über MySpace gesehen wurden. Das enstpricht 19% aller Online betrachteten Videos.
Nach der Übernahme von MySpace im Juli 2005 durch Rupert Murdoch und seine News Corp (für beachtliche $580 Mio.) gin ein Raunen durch die Medienbranche – mit einem Mal war das eine Thema auch für das Management. Der Aufkauf der Plattform durch den Newscorp Konzern hatte – anders als befürchtet – keinerlei negativen Einfluss auf die Plattform-Nutzung (zum Zeitpunkt der Übernahme hatte MySpace erst ca. 20 Mio. Unique Visitors), und auch finanziell verbuchte Murdoch Erfolge: Im August 2006 zahlte Google $ 900 Mio., um exclusiv Suchanfragen- und Textbasierte Werbung auf den Seiten der News Corporation betreiben zu dürfen – der Deal refinanzierte auf einen Schlag alle Internet-Investments des Konzern. Im 2006 launchte MySpace eine deutsche Version. Mit Erfolg: Im November 2006 habe man bereits 600 Millionen Page Impressions und 600.000 Unique User.
Dass Nutzer für eine gelungene Selbstdarstellung im Netz auch zahlen, zeigt die koreanische Community CyWorld. Neben den üblichen Community-Features ermöglicht CyWorld den Nutzern, „MiniRooms“ zu gestalten in denen sich digitale Ichs („MiniMe“) in Form animierter Cartoonfiguren aufhalten (siehe Abb). Damit sich die befreundeten CyBuddies im eigenen „MiniRoom“ auch wohlfühlen, können die Nutzer digitale Möbel im Austausch gegen die Währung „Dotori“ erwerben, und die gibt es nur gegen harte „reale“ Währung zu erhalten. Ein Viertel der Gesamtbevölkerung Koreas und 90% der 19-29-jährigen Koreaner haben sich bereits im Netzwerk registriert.
Mitte 2006 ist CyWorld nach einer Reihe asiatischer Länder auch in den USA gestartet. Und mit T-Online wollen die Koreaner Ende des Jahres auch den europäischen Markt erobern.
Der werbefreie, vollkommen in Flash programmierte Auftritt des Microsoft-Spinouts Wallop erinnert eher an eine Desktopoberfläche als an eine herkömmliche Website. Der Fokus der Community liegt dabei weniger auf der Erstellung von Profilen als auf der Kommunikation unter Freunden und der Verwaltung der eigenen digitalen Daten (Musik, Fotos, Videos, Blogs), die wiederum durch ein ausgefeiltes System von Zugriffsrechten dem Freundeskreis zugänglich gemacht werden können. Umsatz erhofft sich Wallop von einem virtuellen Marktplatz: Auf der Seite können Flash-Entwickler Zusatzmodule zum Kauf anbieten (z.B. ein neues Layout des Interfaces), wobei Wallop 30% als Provision einbehält. Derzeit ist die Beta-Version einem eingeladenen Nutzerkreis zugänglich, ab 2007 soll die Community freigeschaltet werden.
Das Investmittel allein noch keinen Erfolg garantieren, zeigt das Beispiel der T-Community der deutschen Telekom. Auch wenn keine Mitgliederzahlen vorliegen, zeigen die Alexa-Trafficdaten deutlich, dass das Angebot kaum angenommen wird. Vernichtende Kritiken der Blogger-Gemeinde über eine bürokratischen Anmeldeprozedur, das unübersichtliche, veraltete Seitenlayout (siehe Wallop, beide Sites sind Flash-basiert) und nicht funktionstüchtige Multimediafeatures haben das Mitte 2006 gestartete und angeblich 115 Mio. Euro teure Projekt schon in seiner Beta-Phase für die Netzgemeinde zur No-Go-Area gemacht. Laut Telekom steckt das Projekt T-Community noch in der Experimentalphase und soll zukünftig als White-Label-Plattform für Nischen-Communities (z.B. für Verlage) dienen.
Das Netz liebt die T-Community nicht. Nur über einen Paid-Search Eintrag kommt der Google-Sucher direkt auf das Netzwerk von T-Online


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